Gesundheit von Azubis: Was aktuelle Daten über die Generation Z in der Ausbildung zeigen
Junge Beschäftigte unter 30 Jahren sind psychisch stärker belastet als ältere Generationen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2025 geben 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen eine chronische psychische Erkrankung an, und diese Belastung beginnt häufig bereits in der Ausbildungsphase, wenn neue Aufgaben, soziale Unsicherheit und Leistungsdruck gleichzeitig auf junge Menschen treffen. Für Ausbildungsbetriebe zeigt sich der Zusammenhang konkret in der Vertragslösungsquote, die 2023 bei 29,7 Prozent lag.

Junge Beschäftigte unter 30 Jahren sind psychisch stärker belastet als ältere Altersgruppen, und ein erheblicher Teil dieser Belastung entsteht bereits in der Ausbildungsphase. Laut DAK-Gesundheitsreport 2025 geben 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 17 Prozent der 25- bis 29-Jährigen eine chronische psychische Erkrankung an. Diese Zahlen sind der Ausgangspunkt für die Frage, die diesen Artikel leitet: Was bedeutet das für Ausbildungsbetriebe, und welche Konsequenzen hat es, wenn Unternehmen nicht reagieren?
Der Einstieg ins Berufsleben bringt für Auszubildende mehrere Veränderungen gleichzeitig: neue Aufgaben, mehr Verantwortung, ein unbekanntes soziales Umfeld und ein höherer Erwartungsdruck als in der Schulzeit. Diese Kombination macht die ersten Ausbildungsmonate zu einer der psychisch belastendsten Phasen im gesamten Erwerbsleben.
Wie belastet ist die Generation Z in der Ausbildung wirklich?
Die Datenlage ist eindeutiger, als es die öffentliche Debatte oft vermuten lässt.
Chronische Erkrankungen sind bei jungen Beschäftigten verbreitet. Der DAK-Gesundheitsreport 2025 zeigt, dass 21 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und über 25 Prozent der 25- bis 29-Jährigen an chronischen körperlichen Erkrankungen leiden. Psychische Erkrankungen machen rund 14 Prozent aller Fehltage bei unter 30-Jährigen aus.
Junge Frauen sind besonders betroffen. 31 Prozent der weiblichen und 20 Prozent der männlichen Beschäftigten unter 19 Jahren erhielten im Jahr 2023 eine ambulante Diagnose aus dem Bereich psychischer Erkrankungen, vor allem Depressionen sowie Angst- und Belastungsstörungen.
Die Sorge ist Teil des Selbstbilds dieser Generation. DAK-Vorstandschef Andreas Storm fasste es im November 2024 so zusammen: Junge Erwachsene sorgen sich stärker vor psychischen Erkrankungen als jede andere Altersgruppe.
Die Folgen zeigen sich in der Vertragslösungsquote. Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden 2023 rund 29,7 Prozent aller dualen Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Nicht jede Vertragslösung ist ein endgültiger Abbruch, ein Teil mündet in einen neuen Ausbildungsvertrag. Der Anteil echter Abbrüche liegt nach Einordnung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks bei etwa 13 Prozent, ein Wert, der sich seit Jahren kaum verbessert.
Warum die Ausbildungsphase besonders prägend ist
Für Auszubildende bedeutet der Berufseinstieg den Verlust gewachsener sozialer Strukturen: Schulfreunde, vertraute Lehrkräfte, feste Tagesabläufe. An ihre Stelle treten neue Kolleginnen und Kollegen, unbekannte Hierarchien und Leistungserwartungen, die sich von schulischen deutlich unterscheiden. Wer in dieser Phase noch keine Strategien für Stressmanagement, Selbstorganisation oder den Umgang mit Konflikten entwickelt hat, trägt ein höheres Risiko, die Ausbildung als überfordernd zu erleben.
Das erklärt auch, warum Gesundheitsförderung in dieser Phase einen anderen Stellenwert hat als bei erfahrenen Mitarbeitenden. Es geht nicht nur um Prävention im klassischen Sinn, sondern um den Aufbau von Routinen, die während der gesamten weiteren Erwerbsbiografie wirken.
Was Unternehmen aus diesen Daten ableiten sollten
Die Datenlage liefert drei Handlungsansätze für Ausbildungsbetriebe. Erstens sollte Gesundheitsförderung früh ansetzen, idealerweise innerhalb der ersten Ausbildungswochen, bevor sich ungesunde Routinen verfestigen. Zweitens sollte sie die mentale Gesundheit ebenso ernst nehmen wie die körperliche, weil die DAK-Zahlen hier den größeren Handlungsdruck zeigen. Drittens sollte sie nicht isoliert bleiben, sondern Teil eines Programms sein, das über die gesamte Ausbildungszeit trägt.
Welche konkreten Formate dafür in der Praxis funktionieren, von Gesundheitstagen über Workshops bis zu Teambuilding-Events, zeigt der Überblick zu Azubi-BGM-Maßnahmen.
Ein Azubi-Gesundheitstag ist eine spezialisierte Variante des allgemeinen Gesundheitstags, mit eigener Förderlogik und eigenem Themenschwerpunkt. Wer einen umfassenden Überblick über Formate, Kosten und Förderung allgemein sucht, findet diesen im Leitfaden zum Gesundheitstag im Unternehmen.
Häufige Fragen zur Gesundheit von Azubis
Wie viele Auszubildende sind psychisch belastet?
Laut DAK-Gesundheitsreport 2025 geben 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 17 Prozent der 25- bis 29-Jährigen eine chronische psychische Erkrankung an. Bei unter 19-Jährigen erhielten 31 Prozent der weiblichen und 20 Prozent der männlichen Beschäftigten 2023 eine entsprechende ambulante Diagnose.
Steigt die psychische Belastung junger Beschäftigter tatsächlich an?
Die DAK-Gesundheit beobachtet diese Entwicklung über mehrere Jahre hinweg. Bereits der Psychreport 2023 verzeichnete bei jungen Berufstätigen den stärksten Anstieg an Krankschreibungen aller Altersgruppen. Der aktuelle Gesundheitsreport 2025 bestätigt, dass die Belastung auf einem hohen Niveau bleibt.
Wirkt sich die Gesundheit von Azubis auf Ausbildungsabbrüche aus?
Direkt belastbare Kausalstudien gibt es dazu nicht, aber der Zusammenhang gilt in der Fachdiskussion als plausibel. Die Vertragslösungsquote lag 2023 bei 29,7 Prozent, der Anteil echter Abbrüche bei etwa 13 Prozent. Überforderung und fehlende soziale Integration zählen zu den meistgenannten Gründen für eine vorzeitige Vertragslösung.
Was können Ausbildungsbetriebe konkret tun?
Ein strukturiertes Azubi-BGM-Programm, das mentale Gesundheit, Bewegung, Ernährung und soziale Integration über die gesamte Ausbildungszeit verbindet, ist der wirksamste Ansatz. Der Überblick zu Azubi-BGM-Maßnahmen zeigt, welche Formate sich in der Praxis bewährt haben.
Fazit
Die Daten zeigen klar, dass junge Beschäftigte heute psychisch stärker belastet sind als ältere Generationen, und dass diese Belastung bereits in der Ausbildung beginnt. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das einen konkreten Handlungsauftrag, der sich direkt in Fehlzeiten, Motivation und Vertragslösungsquote niederschlägt.
Passende Angebote, die dich interessieren könnten
Diese BGM-Maßnahmen vertiefen das, was du gerade gelesen hast, und lassen sich direkt in deinem Unternehmen umsetzen.



