Safety Day im Unternehmen: Sicherheit und Gesundheit an einem Tag stärken
Ein Safety Day ist ein betrieblicher Aktionstag, der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erlebbar macht. Er verbindet klassischen Arbeitsschutz nach dem Arbeitsschutzgesetz mit betrieblicher Gesundheitsförderung, etwa zu Ergonomie, Stress und Bewegung. Unternehmen nutzen ihn, um Wissen praktisch zu vermitteln, die Sicherheitskultur zu stärken und Mitarbeitende aktiv einzubinden. Viele legen ihn auf den 28. April, den Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.

Für HR-Verantwortliche und Sicherheitsbeauftragte ist ein Safety Day mehr als eine Pflichtübung. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2024 auf 754.660 gesunken, rund 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr, so die DGUV im Arbeitsunfallgeschehen 2024. Die Belastung verschiebt sich jedoch an andere Stellen, vor allem zur psychischen Gesundheit und zum Muskel-Skelett-System. Genau dort setzt ein gut geplanter Safety Day an.
Was ist ein Safety Day?
Ein Safety Day ist ein Aktionstag, an dem ein Unternehmen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt stellt. An Stationen, in Workshops und mit Mitmachaktionen erleben Mitarbeitende, wie sicheres und gesundes Arbeiten konkret aussieht. Der Tag greift Themen aus dem Arbeitsschutz nach dem Arbeitsschutzgesetz auf und ergänzt sie um Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung. So wird aus einer gesetzlichen Anforderung ein Format, das Wissen vermittelt und im Arbeitsalltag nachwirkt.
Manche Unternehmen nutzen den englischen Begriff Safety Day, andere sprechen vom Arbeitsschutztag oder vom Aktionstag für Sicherheit und Gesundheit. Gemeint ist dasselbe Grundprinzip.
Warum ein Safety Day für Unternehmen heute wichtig ist
Der klassische Arbeitsschutz zeigt Wirkung. Das relative Unfallrisiko lag 2024 bei rund 17,3 meldepflichtigen Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitäquivalente und ist damit weiter gesunken, so die DGUV im Arbeitsunfallgeschehen 2024.
Der Krankenstand bleibt trotzdem hoch. Beschäftigte fehlten 2025 im Schnitt 19,5 Tage, und die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stiegen um 6,9 Prozent auf rund 366 Tage je 100 Versicherte, das zeigt die DAK-Krankenstands-Analyse 2025 vom Januar 2026. Muskel-Skelett-Erkrankungen zählen mit rund 347 Fehltagen je 100 Versicherte weiter zu den größten Treibern. Für einen Safety Day bedeutet das, dass reine Unfallverhütung zu kurz greift. Ergonomie, Stresskompetenz und Bewegung gehören heute genauso dazu.
„Sicherheit am Arbeitsplatz hört für mich nicht bei der Schutzausrüstung auf. Die Zahlen zeigen, dass psychische Belastung und Rückenbeschwerden längst die größeren Baustellen sind. Ein Safety Day wirkt dann, wenn er den Arbeitsschutz mit erlebbarer Gesundheitsförderung verbindet und die Menschen wirklich mitnimmt."
Paula Menninghaus, Gründerin und CEO von Strong Partners
Safety Day und Gesundheitstag im Vergleich
Safety Day und Gesundheitstag werden oft verwechselt, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Ein Gesundheitstag rückt die betriebliche Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt, also Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit. Wie du so einen Tag von der Bedarfsanalyse bis zur Förderung planst, liest du in unserem Leitfaden zum Gesundheitstag im Unternehmen. Ein Safety Day legt den Fokus stärker auf Sicherheit und Arbeitsschutz und ist häufig an das Arbeitsschutzgesetz angelehnt. Beide Formate lassen sich gut verbinden und aufeinander aufbauen.
Wer beide Formate kombiniert, deckt Pflicht und Prävention an einem roten Faden ab.
Themen und Stationen für einen Safety Day
Ein Safety Day lebt von konkreten, erlebbaren Stationen. Diese vier Themenfelder decken die aktuellen Belastungsschwerpunkte ab und lassen sich flexibel kombinieren.
Sicherheitskultur und Unfallprävention
Der Kern bleibt der klassische Arbeitsschutz, von der sicheren Bedienung von Maschinen bis zum Umgang mit Gefahrstoffen. Eine gemeinsame Auswertung typischer Gefährdungen macht Risiken sichtbar und stärkt das Bewusstsein im Team.
Ergonomie und Muskel-Skelett-Gesundheit
Rücken- und Nackenbeschwerden zählen zu den häufigsten Ursachen für Ausfalltage. Mit Ergonomie-Checks, einer bewegten Pause und praxisnahen Workshops lernen Mitarbeitende, ihren Arbeitsplatz gesünder einzurichten.
Psychische Belastung und Stresskompetenz
Psychische Belastung ist seit der Novelle des Arbeitsschutzgesetzes fester Teil der Gefährdungsbeurteilung. Impulse und Keynotes zu Stress und Resilienz helfen dem Team, Belastungssignale früher zu erkennen und gesund damit umzugehen.
Bewegung und Aktivierung
Bewegung schärft die Aufmerksamkeit, die für sicheres Arbeiten nötig ist. Aktive Stationen wie das Smoothiebike oder eine HRV-Messung machen Gesundheit am Safety Day sichtbar und sorgen für Beteiligung.
Safety Day planen in vier Schritten
Ein Safety Day gelingt, wenn er an den echten Belastungen des Betriebs ansetzt. Diese vier Schritte haben sich in der Praxis bewährt.
Bedarf klären und Gefährdungsbeurteilung nutzen
Die vorhandene Gefährdungsbeurteilung zeigt, wo im Betrieb die größten Risiken liegen. Daraus ergeben sich die Schwerpunkte, die der Safety Day aufgreifen sollte.
Ziele und Themen festlegen
Aus dem Bedarf werden konkrete Ziele, etwa weniger Rückenbeschwerden oder ein bewussterer Umgang mit Stress. Passend dazu wählst du Stationen, Workshops und Vorträge aus.
Termin und Format wählen
Der 28. April als Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz eignet sich als Anker, funktioniert aber ganzjährig. Je nach Belegschaft passt ein Präsenztag, ein hybrides Format oder eine Umsetzung an mehreren Standorten.
Auswerten und verstetigen
Eine kurze Auswertung zeigt, welche Themen ankamen und wo Bedarf bleibt. So wird aus einem einmaligen Tag ein wiederkehrender Baustein im betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Auch für einzelne Zielgruppen lässt sich der Tag zuschneiden, etwa für Einsatzkräfte, Auszubildende oder Verwaltungen und Kommunen.
Fazit
Ein Safety Day ist heute mehr als Unfallprävention. Er verbindet den gesetzlichen Arbeitsschutz mit den Themen, die den Krankenstand aktuell treiben, von Muskel-Skelett-Beschwerden bis zur psychischen Belastung. Wer den Tag an den eigenen Belastungsschwerpunkten ausrichtet und mit erlebbaren Stationen plant, erreicht die Belegschaft und stärkt die Sicherheitskultur nachhaltig. Ein guter nächster Schritt ist ein Blick auf die eigene Gefährdungsbeurteilung und ein Konzept, das zum Betrieb passt.
FAQ-Titel: Häufige Fragen zum Safety Day
Was ist ein Safety Day?
Ein Safety Day ist ein betrieblicher Aktionstag rund um Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. An Stationen und in Workshops erleben Mitarbeitende, wie sie sicher und gesund arbeiten. Der Tag verbindet Arbeitsschutz mit Gesundheitsförderung und stärkt die Sicherheitskultur im Unternehmen. Häufig findet er inhouse statt und wird auf die Branche zugeschnitten.
Was ist der Unterschied zwischen Safety Day und Gesundheitstag?
Ein Gesundheitstag hat seinen Schwerpunkt in der Gesundheitsförderung mit Bewegung, Ernährung und mentaler Gesundheit. Ein Safety Day rückt Sicherheit und Arbeitsschutz in den Vordergrund und ist oft an das Arbeitsschutzgesetz angelehnt. Beide Formate machen Gesundheit im Betrieb erlebbar und lassen sich gut kombinieren. Viele Unternehmen bauen den Safety Day rund um den 28. April auf.
Wann findet ein Safety Day statt?
Ein Safety Day lässt sich das ganze Jahr über umsetzen. Als fester Anker dient der 28. April, der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Sinnvoll ist ein Termin, an dem möglichst viele Beschäftigte und Schichten teilnehmen können. Bei mehreren Standorten empfiehlt sich eine Reihe aufeinander abgestimmter Tage.
Für welche Branchen und Zielgruppen eignet sich ein Safety Day?
Ein Safety Day passt überall dort, wo Sicherheit und Gesundheit eine Rolle spielen, von Produktion und Logistik bis zur Verwaltung. Besonders wertvoll ist er in Betrieben mit körperlich belastenden Tätigkeiten oder hohem Sicherheitsbewusstsein. Auch für Einsatzkräfte, Auszubildende sowie Verwaltungen und Kommunen lässt er sich gezielt zuschneiden. Die Schwerpunkte richten sich nach den Tätigkeiten im jeweiligen Betrieb.
Ist ein Safety Day gesetzlich vorgeschrieben?
Ein Safety Day als Format ist nicht vorgeschrieben. Das Arbeitsschutzgesetz verlangt jedoch Maßnahmen wie die Gefährdungsbeurteilung und regelmäßige Unterweisungen. Ein Safety Day ist ein wirksamer Weg, diese Pflichten erlebbar umzusetzen und mit Gesundheitsförderung zu verbinden. Er ersetzt die gesetzlich geforderten Unterweisungen nicht, kann sie aber sinnvoll ergänzen.
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