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23.07.2026

Gesundheitsförderung in der Schule: Einblick in unsere Projektwoche an der Montessorischule Sendenhorst

Gesundheitsförderung in der Schule stärkt Kinder und Jugendliche dort, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen: mit Angeboten zu Bewegung, mentaler Gesundheit, Schlaf und digitaler Balance. Sie verbessert das Wohlbefinden, trainiert nachweislich schützende Faktoren gegen Stress und kommt auch Lehrkräften und Schulleitungen zugute. Strong Partners setzt solche Angebote mit einem multiprofessionellen Team um, von der Workshop-Reihe bis zur kompletten Projektwoche. Über den Leitfaden Prävention (§ 20a SGB V) können gesetzliche Krankenkassen die Kosten tragen.

Paula Menninghaus
Paula ist CEO und Co-Founderin von Strong Partners GmbH sowie TEDx-Speakerin mit über 50 Keynotes zu Resilienz, BGM-Strategie und Führung. Ihre Perspektive auf betriebliches Gesundheitsmanagement ist geprägt durch 8 Jahre Einsatzerfahrung als Rettungssanitäterin. Ausgezeichnet mit dem RX Female Award 2024 und dem Women in Business Leadership Award 2025.
Collage aus Bildern von Übungen der Projektwoche in der Schule in Sendenhorst

Gesundheitsförderung in der Schule stärkt Kinder und Jugendliche dort, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen: mit Angeboten zu Bewegung, mentaler Gesundheit, Schlaf und digitaler Balance. Sie verbessert das Wohlbefinden, trainiert nachweislich schützende Faktoren gegen Stress und kommt auch Lehrkräften und Schulleitungen zugute. Strong Partners setzt solche Angebote mit einem multiprofessionellen Team um, von der Workshop-Reihe bis zur kompletten Projektwoche. Über den Leitfaden Prävention (§ 20a SGB V) können gesetzliche Krankenkassen die Kosten tragen.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir in diesem Beitrag am Beispiel einer viertägigen Projektwoche, die wir kurz vor den Sommerferien an der Montessorischule im münsterländischen Sendenhorst begleitet haben: Teambuilding, Bewegung und mentale Gesundheit für die gesamte Schulgemeinschaft, von der fünften Klasse bis zur Abiturientin.

Warum Gesundheitsförderung in der Schule so wichtig ist

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut dem aktuellen Deutschen Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung fühlt sich ein Viertel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland psychisch belastet. Damit steigt die Belastung erstmals seit der Corona-Pandemie wieder an. Als Treiber nennt die Studie unter anderem Leistungsdruck: Rund sechs von zehn Befragten geben an, dass an ihrer Schule viel verlangt wird.

Das Schulbarometer zeigt auch, was schützt. Das schulische Wohlbefinden hängt maßgeblich davon ab, ob sich junge Menschen von ihren Lehrkräften unterstützt fühlen, ob sie die Anforderungen als angemessen erleben, ob es ein gutes Miteinander in der Klasse gibt und wie sie ihre eigene Leistungsfähigkeit einschätzen. Zwei dieser vier Faktoren, das Miteinander und die Selbstwirksamkeit, lassen sich mit gezielter Gesundheitsförderung direkt trainieren.

Gleichzeitig fehlt vielen Kindern und Jugendlichen das Handwerkszeug, um gesunde Entscheidungen im Alltag zu treffen. Der Präventionsradar 2025 der DAK-Gesundheit zeigt: Nur 16 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler bringen eine hohe motivationale Gesundheitskompetenz mit, also eine aktive Einstellung zu Gesundheitsfragen. Genau hier setzt Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Schule an.

Gesundheit ist ein Merkmal von Schulqualität

Für Schulleitungen ist Gesundheitsförderung übrigens kein Zusatzprogramm neben dem eigentlichen Auftrag. Der Referenzrahmen Schulqualität NRW verankert Gesundheit und Bewegung als eigene Dimension im Inhaltsbereich Schulkultur. Wer Angebote wie eine Gesundheits-Projektwoche auf den Weg bringt, arbeitet also direkt an einem offiziellen Qualitätsmerkmal der Schule und hat damit auch gegenüber Schulkonferenz, Schulträger und Schulaufsicht eine belastbare Grundlage.

Dazu kommt: Gesundheit in der Schule betrifft alle, die dort lernen und arbeiten. Wie hoch die psychosozialen Belastungen bei den Erwachsenen sind, machen die COPSOQ-Befragungen sichtbar, die in NRW zur Gefährdungsbeurteilung bei Lehrkräften eingesetzt werden. Die GEW-Schulleitungsbefragung 2025 mit über 7.300 schulischen Leitungskräften aus 14 Bundesländern zeigt zudem, dass gerade Schulleitungen im Vergleich zum Berufsdurchschnitt deutlich höhere quantitative und emotionale Anforderungen erleben, häufiger Burnout-Symptome berichten und kaum Erholungsmöglichkeiten im Schulalltag finden. Eine Schule, die Gesundheit strukturell verankert, stärkt deshalb immer auch ihr Kollegium und ihre Leitung. Genau darum haben wir die Lehrkräfte in Sendenhorst aktiv in die Projektwoche eingebunden.

Eine Woche ohne normalen Stundenplan: So lief die Projektwoche ab

In der letzten Woche vor den Sommerferien standen an der Sendenhorster Gesamtschule weder Deutsch noch Mathe auf dem Plan. Stattdessen ging es vier Tage lang um Teambuilding, Bewegung und mentale Gesundheit. Für die Montessorischule war es die erste Projektwoche dieser Art, und die Idee dazu kam aus dem Kollegium selbst. Das ist ein wichtiger Erfolgsfaktor: Gesundheitsförderung wirkt am besten, wenn die Schule sie als eigenes Anliegen versteht und wir als externe Fachleute unterstützen. Von Montag bis Donnerstag waren sechs bis acht unserer Fachleute aus den Bereichen Sport, Ernährung und Mental Health vor Ort.

infografik zum ablauf des gesundheitstages in der schule

Vormittags: Mentale Gesundheit für die Oberstufe

Die Jahrgänge EF und Q1 starteten morgens mit interaktiven Workshops zur mentalen Gesundheit. Frontalunterricht gab es dabei keinen. Die Jugendlichen nahmen ihre eigenen Gewohnheiten unter die Lupe: Sie lasen ihre tatsächliche Bildschirmzeit aus dem Handy ab, gestalteten ein möglichst schlafförderliches Zimmer, beschäftigten sich mit Lernstrategien und Prüfungsvorbereitung und legten sich am Ende jedes Moduls auf eine persönliche Challenge für die kommende Woche fest. Die wichtigsten Erkenntnisse hielten sie auf selbst gestalteten Plakaten für den Klassenraum fest.

„Wir wollten den jungen Menschen keine fertigen Antworten liefern, sondern ihnen den Raum geben, ihre eigenen Gewohnheiten zu verstehen", sagt Isabel Voß, Mental-Health-Expertin bei Strong Partners. „Wenn eine Schülerin selbst merkt, wie sehr das Handy vor dem Einschlafen ihren Schlaf stört, dann verändert sie etwas aus eigener Überzeugung. Genau diese Selbstwirksamkeit ist der beste Schutzfaktor, den wir ihr mitgeben können."

Nachmittags: Die ganze Schulgemeinschaft in Bewegung

Nach der Mittagspause kam die gesamte Schulgemeinschaft auf dem Schulhof zusammen, jahrgangsübergreifend von der Unterstufe bis zur Oberstufe, insgesamt Kinder und Jugendliche im Alter von etwa 10 bis 19 Jahren. An verschiedenen Stationen lösten sie gemeinsam kooperative Aufgaben. Beim „Human Unknot" musste sich eine ganze Gruppe aus einem Gewirr aus Bändern befreien, ohne loszulassen. Bei „Tri-Channel Lego" bauten Teams ein Modell nach, während einzelne Mitglieder abwechselnd nicht sehen, hören oder sprechen durften. Bei „Blindes Vertrauen" lotste eine einzige sehende Person eine Gruppe mit verbundenen Augen, und beim „Speed XXL Memory" kam zur Gedächtnisleistung noch Lauftempo dazu.

Der Wettkampfgedanke trat dabei bewusst in den Hintergrund. Es zählte, wie eine Gruppe über Klassen- und Jahrgangsgrenzen hinweg zusammenfindet, sich abstimmt und gegenseitig hilft. „Wenn zwölf Jugendliche gemeinsam in einem Bänderknoten stecken, lernen sie Kooperation nicht aus einem Buch, sondern spüren sie am eigenen Körper", sagt Raoul Lacalandra, Sport- und Gesundheitsmanager bei Strong Partners. „Die Älteren übernehmen Verantwortung, die Jüngeren wachsen daran."

Warum Teambuilding gegen Stress stark macht

Was nach Spiel und Spaß aussieht, hat einen fachlichen Kern. Soziale Unterstützung, gelingende Kommunikation und das gemeinsame Erleben, etwas zu schaffen, gehören zu den Faktoren, die junge Menschen nachweislich widerstandsfähiger gegen Stress machen. Genau diese Schutzfaktoren lassen sich in kooperativen Übungen erfahrbar machen, viel unmittelbarer als in jedem Vortrag. Die Erkenntnisse aus dem Schulbarometer bestätigen diesen Ansatz: Ein gutes Miteinander in der Klasse zählt zu den stärksten Treibern für das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern.

Hilfe zur Selbsthilfe: Damit die Woche nachwirkt

Eine Projektwoche allein verändert noch keine Schulkultur. Deshalb war der Transfer in den Alltag von Anfang an Teil des Konzepts. Die Lehrkräfte standen selbst an den Stationen und lernten die Methoden aus erster Hand kennen, sodass sie einzelne Übungen im Unterricht oder im Ganztag wieder aufgreifen können. Auch die selbst gestalteten Klassenplakate aus den Vormittags-Workshops bleiben in den Räumen und halten die Erkenntnisse präsent. Ergänzend wird die Woche evaluiert und gemeinsam mit dem Kollegium reflektiert. Unser Anspruch ist Hilfe zur Selbsthilfe: Die Schule soll die Impulse eigenständig weitertragen können, ohne dauerhaft auf externe Unterstützung angewiesen zu sein.

„Wenn eine ganze Schule vier Tage lang gemeinsam an Themen wie Schlaf, digitaler Balance oder Zusammenhalt arbeitet, bleibt davon mehr hängen als aus einem einzelnen Vortrag", sagt Johannes Yazigi, Geschäftsführer von Strong Partners. „Die Schule hat mit ihrer Offenheit den Boden dafür bereitet, die Gesundheitskasse AOK NordWest hat es als Möglichmacher finanziert, und die Lehrkräfte kennen die Methoden jetzt aus erster Hand."

Wie Schulen solche Projektwochen finanzieren können

Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Schulen und Kitas ist im Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes verankert (§ 20a SGB V). Gesetzliche Krankenkassen können Projekte fördern, die Gesundheit dort stärken, wo Menschen lernen, leben und aufwachsen. Auch die Projektwoche in Sendenhorst wurde auf diesem Weg finanziell ermöglicht, durch die Gesundheitskasse AOK NordWest. Für Schulen bedeutet das: Eine professionell begleitete Gesundheitswoche muss nicht am Budget scheitern. Wir unterstützen bei der Antragstellung und bringen die nötige Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Krankenkassen mit.

Von der Arbeitswelt in die Lebenswelt Schule

Seit knapp zehn Jahren arbeiten wir vor allem im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Als multiprofessioneller Gesundheitsdienstleister sind wir inzwischen aber auch immer stärker in den nicht-betrieblichen Lebenswelten unterwegs, in Schulen, Kitas, Vereinen und Kommunen, und bringen dort Prävention in den Bereichen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit + Suchtprävention zusammen. Das freut uns, denn gesunde Gewohnheiten entstehen früh, und wer schon in der Schule lernt, mit Stress, Bewegung und Schlaf gut umzugehen, bringt diese Kompetenz später auch ins Berufsleben mit.

Über die Projektwoche an der Montessorischule Sendenhorst berichteten auch die Westfälischen Nachrichten.

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