8 Minuten Lesezeit
01.09.2026

Die fünfte Säule der Gesundheit: Warum finanzielle Sicherheit zum betrieblichen Gesundheitsmanagement gehört

Finanzielle Gesundheit beschreibt, wie sicher sich Mitarbeitende in ihrer finanziellen Lage und ihrer Altersvorsorge fühlen. Sie gilt als fünfte Säule des betrieblichen Gesundheitsmanagements, weil Geldsorgen wie chronischer Stress auf Schlaf, Konzentration und mentale Gesundheit wirken. Neben körperlicher Gesundheit, mentaler Balance, Ernährung und sozialem Miteinander adressiert sie einen der unterschätzten Belastungsfaktoren im Arbeitsleben.

Autorenfoto von Isabel Voß
Katharina Nottmeier
Katharina ist Marketing & Growth Managerin bei Strong Partners und begleitet Gesundheitsthemen und Events nah am Geschehen. Sie schreibt darüber, wie Unternehmen Gesundheit sichtbar machen und im Alltag verankern können.
HR-Verantwortliche und Mitarbeitende im Gespräch über finanzielle Gesundheit als Teil des BGM

Betriebliches Gesundheitsmanagement hat sich in den letzten Jahren von der Ausnahme zur Selbstverständlichkeit entwickelt. Unternehmen bieten Yoga-Kurse an, organisieren Gesundheitstage, schulen Führungskräfte in Resilienz und richten Ernährungsworkshops aus. Vier Dimensionen haben sich dabei als Grundgerüst etabliert: körperliche Gesundheit, mentale Balance, Ernährung und soziales Miteinander.

Was in diesem Modell fast immer fehlt, ist eine Dimension, die messbar zu den größten Stressfaktoren im Berufsleben zählt: die finanzielle Situation der Mitarbeitenden. Und genauer gesagt, die Frage, wie sicher sie sich für ihre eigene Zukunft und Altersvorsorge fühlen.

Dieser Artikel schaut sich an, warum finanzielle Gesundheit eine eigenständige fünfte Säule im BGM verdient, wie sie mit den bestehenden vier Säulen zusammenhängt und was HR-Verantwortliche konkret tun können, um sie zu integrieren.

Die vier etablierten Säulen des BGM

Bevor wir die fünfte Säule einordnen, lohnt sich ein kurzer Blick auf das, was bereits gut funktioniert. Die vier klassischen BGM-Dimensionen greifen ineinander und wirken nur in der Summe:

Physische Gesundheit. Der klassische Einstiegspunkt vieler BGM-Programme: Firmenfitness, Bewegungsangebote, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Präventionskurse. Ziel ist es, Bewegungsmangel und einseitige Belastung im Arbeitsalltag aktiv entgegenzuwirken, bevor daraus gesundheitliche Probleme werden.

Mentale Gesundheit. Resilienz, Stressmanagement und der Umgang mit psychischer Belastung sind längst kein Randthema mehr. Steigende Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen zeigen, wie relevant strukturierte Angebote in diesem Bereich sind.

Ernährung. Praxisnahe Ernährungsangebote, die tatsächlich im Arbeitsalltag ankommen, statt nur Broschüren zu verteilen. Gute Ernährung wirkt direkt auf Energielevel, Konzentrationsfähigkeit und langfristige Gesundheit.

Soziales Miteinander. Teambuilding, gemeinsame Events und Betriebssport stärken den Zusammenhalt. Gerade in Zeiten von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen wird diese Säule zunehmend wichtiger, um Isolation vorzubeugen und Unternehmenskultur erlebbar zu machen.

Diese vier Säulen bilden ein solides, ganzheitliches Verständnis von Gesundheit im Unternehmen. Sie erklären aber nicht vollständig, warum Mitarbeitende trotz gutem BGM-Programm gestresst, unkonzentriert oder emotional erschöpft zur Arbeit kommen. An dieser Stelle lohnt der Blick auf einen Faktor, der in kaum einem BGM-Konzept explizit auftaucht.

Finanzieller Stress ist ein Gesundheitsfaktor, kein Randthema

Geldsorgen um die eigene Zukunft gehören zu den am häufigsten unterschätzten Belastungsfaktoren im Arbeitsleben. Die „Global Benefits Attitudes Survey 2024" von Willis Towers Watson, für die rund 2.000 Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden, zeigt: 75 Prozent der Befragten sind der Meinung, mehr für die Altersvorsorge sparen zu müssen, als sie es aktuell tun. Der Anteil der unter 50-Jährigen, die erwarten, mit 70 Jahren oder älter noch arbeiten zu müssen, ist von 11 Prozent im Jahr 2022 auf 20 Prozent gestiegen. Diese Unsicherheit bleibt nicht folgenlos für Arbeitgeber: 31 Prozent der Befragten nennen die bAV als wichtigen Grund für die Wahl ihres Arbeitgebers, 47 Prozent bleiben deshalb im Unternehmen. Finanzielle Unsicherheit betrifft damit nicht nur das subjektive Sicherheitsgefühl der Mitarbeitenden, sondern direkt auch Bindung und Recruiting, zwei Themen, die auch im BGM eine zentrale Rolle spielen.

Besonders die Sorge um die eigene Altersvorsorge ist in Deutschland ein verbreitetes Thema. Die gesetzliche Rente allein reicht für die meisten Arbeitnehmenden nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Die sogenannte Rentenlücke ist vielen bewusst, konkrete Lösungen dafür kennen die wenigsten. Das Ergebnis: ein diffuses Grundgefühl von Unsicherheit, das mental mitgeschleppt wird, auch wenn es nicht ausgesprochen wird.

Genau hier liegt die Verbindung zur mentalen Säule des BGM. Ein Mitarbeiter, der sich um seine finanzielle Zukunft sorgt, profitiert nur bedingt von einem Resilienz-Workshop, wenn die Ursache der Sorge nicht adressiert wird. Finanzielle Gesundheit ist damit keine fremde Dimension, die von außen ins BGM hineingetragen wird. Sie ist die logische Ergänzung eines Modells, das ohnehin ganzheitlich denken will.

Was finanzielle Gesundheit als BGM-Säule konkret bedeutet

Finanzielle Gesundheit im HR-Kontext heißt nicht, dass Unternehmen ihren Mitarbeitenden Anlageberatung anbieten müssen. Es geht um drei konkrete Hebel, die Arbeitgeber tatsächlich beeinflussen können:

Transparenz schaffen. Viele Mitarbeitende wissen schlicht nicht, welche finanziellen Vorteile ihnen über den Arbeitgeber offenstehen, etwa Zuschüsse zur Altersvorsorge oder steuerliche Effekte. Aufklärung kostet wenig und wirkt oft überraschend stark auf das subjektive Sicherheitsgefühl.

Bestehende Instrumente sichtbar und nutzbar machen. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist das mit Abstand wichtigste Instrument, das Arbeitgeber in diesem Bereich zur Verfügung haben und gleichzeitig eines der am wenigsten verstandenen. Der Arbeitgeberzuschuss ist gesetzlich vorgeschrieben, viele Mitarbeitende kennen ihn aber nicht oder verstehen den Nettovorteil einer Entgeltumwandlung nicht.

Die Qualität der Instrumente hinterfragen. Hier liegt ein Punkt, der in vielen Unternehmen bislang übersehen wird: Nicht jede bAV wirkt gleich.Klassische Versicherungspolicen sind strukturell anders aufgebaut als reine Fondsprodukte: Ein Teil der Beiträge fließt in Abschluss- und Verwaltungskosten, bevor der Rest investiert wird. Diese Kostenstruktur ist in der Versicherungsbranche seit Jahren Gegenstand öffentlicher Diskussion, etwa bei Verbraucherzentralen und in der Finanzpresse.

DYNO-Beispielrechnung: Bei einem monatlichen Eigenbeitrag von 100 € über 30 Jahre und einer angenommenen Kapitalmarktrendite von 6,5 % p.a. ergeben sich deutliche Unterschiede je nach Kostenstruktur. Bei einer klassischen Versicherungspolice fließen häufig rund 16 % jedes Beitrags in Abschluss- und Vertriebskosten, zusätzlich reduzieren laufende Produktkosten die Nettorendite auf rund 4,4 % p.a. Ergebnis nach 30 Jahren: rund 63.000 €. Bei einer volldigitalen, provisionsfreien ETF-Lösung wie DYNO fällt stattdessen eine feste monatliche Flat-Fee von 9 € an, der Rest des Beitrags wird ohne zusätzliche Vertriebskosten investiert. Ergebnis bei gleicher Marktrendite: rund 100.000 €. Der Unterschied entsteht fast ausschließlich durch die Kostenstruktur, nicht durch ein höheres Risiko.

Für HR bedeutet das: Eine bAV anzubieten reicht nicht automatisch aus, um finanzielle Sicherheit zu vermitteln. Entscheidend ist, ob das Produkt dahinter tatsächlich im Interesse der Mitarbeitenden konstruiert ist.

Anbieter wie DYNO haben sich genau auf diesen Punkt spezialisiert: eine volldigitale, provisionsfreie bAV auf ETF-Basis, bei der Kostenstruktur und Rendite für Mitarbeitende nachvollziehbar sind.

Warum das für HR strategisch relevant ist

Der Fachkräftemangel verändert, worauf Bewerbende bei der Arbeitgeberwahl achten. Neben dem Gehalt ist Sicherheit zu einem wichtigen Bindungsfaktor geworden, körperlich, mental und finanziell. Für HR liegt der eigentliche Hebel bei der Frage, wie gut eine betriebliche Altersvorsorge bei den Mitarbeitenden ankommt. Angeboten werden muss sie ohnehin, sie ist gesetzlich vorgeschrieben.

Das hängt stark vom Anbieter ab. Als Benefit wirkt eine bAV vor allem dann, wenn sie unkompliziert eingerichtet ist, ohne versteckte Provisionen auskommt und Kosten wie Wertentwicklung für die Mitarbeitenden nachvollziehbar bleiben. Digitale, provisionsfreie Modelle wie das von DYNO sind genau darauf ausgelegt und bieten HR-Teams mehrere Vorteile:

  • Kaum Verwaltungsaufwand. Die Einrichtung läuft volldigital, ohne Papierprozess und ohne Abstimmungsschleifen mit einem Makler.
  • Provisionsfrei. Ein Flat-Fee-Modell ersetzt versteckte Provisionsstrukturen und nimmt mögliche Interessenkonflikte zwischen Anbieter und Mitarbeitenden aus der Gleichung.
  • Volle Transparenz. Kosten und Wertentwicklung sind jederzeit nachvollziehbar. Das macht es HR leichter, das Thema im Team zu kommunizieren.
  • Mehr Benefit ohne Mehraufwand. Durch die geringere Kostenbelastung bleibt mehr vom eingezahlten Kapital für die Mitarbeitenden, ohne dass sich am Arbeitgeberaufwand etwas ändert.
  • Recruiting-Signal. Ein modernes, digitales Vorsorgeangebot positioniert das Unternehmen als zeitgemäßen Arbeitgeber, gerade bei jüngeren Zielgruppen.

Fazit

Körperliche Gesundheit, mentale Balance, Ernährung und soziales Miteinander bleiben die richtige Basis für ein wirksames BGM. Aber ein Team, das sich finanziell unsicher fühlt, wird von den besten Fitnesskursen und Resilienz-Workshops nur begrenzt profitieren. Die fünfte Säule schließt diese Lücke. Nicht als zusätzliches Programm neben dem bestehenden BGM, sondern als integraler Bestandteil eines wirklich ganzheitlichen Verständnisses von Mitarbeitergesundheit.

Unternehmen, die BGM und finanzielle Sicherheit zusammendenken, senden ein klares Signal: Wir kümmern uns nicht nur um den Rücken und den Kopf unserer Mitarbeitenden, sondern auch um ihre Zukunft.

Häufige Fragen zu finanzieller Gesundheit im BGM

Ist finanzielle Sicherheit wirklich Teil von betrieblichem Gesundheitsmanagement?

Indirekt ja. Finanzielle Unsicherheit wirkt wie andere chronische Stressoren auch, sie beeinflusst Schlaf, Konzentration und mentale Verfassung. Damit betrifft sie genau die Dimensionen, die BGM-Programme ohnehin adressieren. Wer Gesundheit ganzheitlich denkt, kann finanzielle Sicherheit nicht ausklammern.

Warum wirken sich Geldsorgen auf die mentale Gesundheit aus?

Anhaltende finanzielle Unsicherheit erzeugt Dauerstress. Der Kopf bleibt auch nach Feierabend mit der eigenen Situation beschäftigt, was Erholung erschwert und das Risiko für Schlafstörungen und psychische Belastung erhöht. Besonders die Sorge um die eigene Altersvorsorge trägt viele Beschäftigte unausgesprochen mit sich.

Muss ein Unternehmen Finanzberatung anbieten, um finanzielle Gesundheit zu fördern?

Nein. Der wirksamste Hebel liegt nicht in individueller Beratung, sondern in Transparenz und Aufklärung über bereits bestehende Instrumente, allen voran die betriebliche Altersvorsorge und den gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss. Viele Mitarbeitende kennen diese Vorteile schlicht nicht.

Was macht eine betriebliche Altersvorsorge zu einem wirksamen Instrument für finanzielle Sicherheit?

Entscheidend ist, ob die Kostenstruktur für Mitarbeitende nachvollziehbar ist. Digitale, ETF-basierte Modelle legen Kosten und Wertentwicklung offen, während klassische Versicherungspolicen häufig mit Abschluss- und Verwaltungskosten verbunden sind, die schwerer einzuschätzen sind. Transparenz entscheidet, ob der Benefit tatsächlich Sicherheit vermittelt.

Wie hängen BGM und betriebliche Altersvorsorge konkret zusammen?

Beide adressieren Belastung, nur auf unterschiedlichen Ebenen. BGM wirkt über Bewegung, Ernährung, mentale Gesundheit und soziales Miteinander. Die bAV wirkt über die finanzielle Zukunftssicherheit. Erst zusammengedacht ergibt sich ein Gesundheitsverständnis, das Mitarbeitende tatsächlich entlastet, nicht nur symptomatisch, sondern an der Ursache.

Dieser Beitrag ist im Rahmen einer redaktionellen Content-Partnerschaft mit DYNO entstanden, einem Anbieter für digitale, provisionsfreie betriebliche Altersvorsorge auf ETF-Basis.

Kostenfreies Erstgespräch