Eine Fotocollage von zwei Fotos, auf denen jeweils ein Mann und eine Frau den Stehhocker sitzend am Schreibtisch nutzen und arbeiten

Ergonomie am Arbeitsplatz: Die richtigen Maßnahmen für weniger Rückenschmerzen

Raoul Lacalandra
Trainer
5 Minuten Lesezeit
May 18, 2026
Keynotes

Ergonomie am Arbeitsplatz bezeichnet die systematische Anpassung der Arbeitsumgebung an die physischen und kognitiven Eigenschaften des menschlichen Körpers. Ziel ist es, einseitige Belastungen zu vermeiden, die Haltung zu verbessern und Beschwerden des Bewegungsapparats dauerhaft zu reduzieren. Im Bürokontext umfasst das die Einrichtung von Möbeln und Geräten ebenso wie die Etablierung von Verhaltensgewohnheiten in der Belegschaft.

Mehr als 80 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland leiden mehrmals im Jahr unter Rückenschmerzen – es ist die häufigste körperliche Beschwerde im Büroalltag (DAK Gesundheitsreport 2024). Muskel-Skelett-Erkrankungen verursachen volkswirtschaftliche Schäden von geschätzt 58,4 Milliarden Euro pro Jahr (BAuA, 2025). Für HR- und BGM-Verantwortliche bedeutet das: Kaum ein Thema hat einen vergleichbaren Hebel auf Krankenstand und Produktivität.

Wir zeigen dirt, welche Maßnahmen messbar wirken, was der Gesetzgeber vorschreibt, wie du den ROI intern kommunizierst und welche Hilfsmittel wir selbst im Praxistest bewertet haben.

Was Ergonomie am Arbeitsplatz gesetzlich vorschreibt

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) verpflichtet Arbeitgeber, Bildschirmarbeitsplätze so einzurichten, dass sie den ergonomischen Anforderungen entsprechen. Die konkrete Ausgestaltung regelt die Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV), die Anforderungen an Beleuchtung, Sitzmöbel, Bildschirmabstand und Eingabegeräte definiert. Verstöße können Gegenstand von Begehungen durch die Berufsgenossenschaft oder das staatliche Arbeitsschutzamt sein.

Zusätzlich fördert die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) präventive Maßnahmen aktiv: Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Ergonomie-Workshops und zertifizierte Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) nach § 20b SGB V. Das macht ergonomische Investitionen nicht nur medizinisch, sondern auch finanzwirtschaftlich sinnvoll.

Das eigentliche Problem ist nicht das Sitzen – es ist die Bewegungslosigkeit

Viele Unternehmen investieren in höhenverstellbare Schreibtische und haken Ergonomie gedanklich ab. Der Schreibtisch allein verändert nichts, wenn niemand ihn konsequent nutzt. Viele Mitarbeitende vergessen die manuelle Verstellung im Arbeitsfluss schlicht, und wer dann stundenlang statisch steht, belastet Beine, Knie und Lendenwirbelsäule genauso wie beim Sitzen.

Was wirklich zählt, ist der regelmäßige Wechsel der Körperhaltung. Gesundheitsexperten empfehlen, 60 Prozent der Arbeitszeit dynamisch zu sitzen, 30 Prozent zu stehen und zehn Prozent in Bewegung zu verbringen. In der Realität nimmt sich nur etwa ein Drittel der Büroarbeitenden tatsächlich Zeit für kurze Bewegungsauszeiten.

Mit den richtigen Hilfsmitteln passiert Bewegung fast automatisch, ohne dass deine Mitarbeitenden aktiv daran denken müssen.

Was ergonomische Ausstattung wirklich bringt

Für alle, die intern Überzeugungsarbeit leisten müssen, ist diese Zahl relevant: An ergonomisch ausgestatteten Arbeitsplätzen sind 28 Prozent der Beschäftigten komplett beschwerdefrei, an nicht-ergonomischen sind es lediglich fünf Prozent (Quelle: YouGov-Umfrage im Auftrag der Aktion Gesunder Rücken e.V.). Das ist Faktor fünf. Was die Produktivität betrifft: Eine Fraunhofer-Analyse von 250 Studien belegt, dass ergonomische Maßnahmen die Leistungsfähigkeit im Durchschnitt um 25 Prozent steigern.

Je größer das Unternehmen, desto besser ist erfahrungsgemäß die ergonomische Ausstattung. Kleine Unternehmen haben hier den größten Nachholbedarf und damit gleichzeitig den größten Hebel.

Wie man einen ergonomischen Büroarbeitsplatz einrichtet

Eine korrekte Grundeinstellung des Arbeitsplatzes ist Voraussetzung dafür, dass ergonomische Hilfsmittel ihre Wirkung entfalten. Die Empfehlungen der DGUV Regel 115-401 geben dabei einen verlässlichen Rahmen vor.

Im Kern geht es um drei Bereiche: die richtige Sitzhöhe und Rückenlehneneinstellung, die optimale Bildschirmposition in Relation zur Augenhöhe und die korrekte Höhe von Schreibtisch und Eingabegeräten – sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Entscheidend ist außerdem der Wechselrhythmus: Alle 30 bis 45 Minuten zwischen Sitzen und Stehen zu wechseln ist für den Rücken deutlich wirksamer als eine statisch optimale Haltung beizubehalten.

Eine Ergonomie-Checkliste mit allen Einstellungswerten für Stuhl, Schreibtisch und Bildschirm kannst du hier kostenfrei herunterladen.

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Hilfsmittel, die im Alltag einen Unterschied machen

Hinweis: Der Ergotopia Dykó und das Ergotopia Corely Balance Board wurden Strong Partners kostenfrei zum Testen zur Verfügung gestellt. Die redaktionelle Bewertung erfolgt unabhängig davon.

Stehhilfe: Dynamisches Sitzen ohne Aufwand

Eine Stehhilfe ist kein gewöhnlicher Hocker. Der Ergotopia Dykó verfügt über eine abgerundete Bodenwippe, durch die der Körper beim Sitzen automatisch in alle Richtungen pendelt. Das aktiviert Rücken-, Rumpf- und Tiefenmuskulatur sowie den Gleichgewichtssinn, ohne aktiven Kraftaufwand. Er ist TÜV-geprüft und vom Institut für Gesundheit und Ergonomie (IGE) zertifiziert.

Mann auf Stehhocker am Bildschirmarbeitsplatz | Alt-Text-Empfehlung: „Ergonomie am Arbeitsplatz Stehhilfe Büro Ergotopia Dykó

Im Test bei Strong Partners war der erste Effekt nach wenigen Minuten spürbar: Die Körperhaltung richtet sich auf, die Muskulatur arbeitet subtil mit. Als Ergänzung zum Bürostuhl schafft der Dykó einen natürlichen Wechsel im Arbeitstag. Er lässt sich sowohl im Sitzen als auch im Stehen nutzen, was ihn von den meisten Modellen auf dem Markt unterscheidet. Er ist TÜV-geprüft und vom Institut für Gesundheit und Ergonomie zertifiziert.

Praktischer Tipp: Empfiehl deinen Mitarbeitenden, mit 20 bis 30 Minuten täglich zu starten und die Dauer schrittweise zu erhöhen. Der Körper braucht etwas Zeit, um sich an die aktive Sitzhaltung zu gewöhnen.

Balance Board: Aus statischem Stehen wird aktive Bewegung

Wer am Stehschreibtisch steht, bewegt sich ohne Hilfsmittel oft genauso wenig wie beim Sitzen. Auf einem Balance Board aktivieren kleine Gewichtsverlagerungen Tiefenmuskulatur, Bein- und Fußmuskeln sowie die stabilisierenden Muskeln entlang der Wirbelsäule. Die verbesserte Durchblutung steigert Wachheit und kognitive Leistungsfähigkeit.

Mann auf Balance Board am Stehschreibtisch | Alt-Text-Empfehlung: „Balance Board Stehschreibtisch Büro ergonomisches Stehen

Das Ergotopia Corely Balance Board bietet zwei Schwierigkeitsstufen, einstellbar über einen Korkstopfen an der Unterseite. Das macht es für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

Praktischer Tipp: Drei bis fünf Minuten pro Einheit sind als Einstieg ideal. Mehrere kurze Sessions über den Tag verteilt wirken nachhaltiger als eine lange am Stück.

Warum Ausstattung allein keine Verhaltensänderung erzeugt

Hilfsmittel schaffen günstige Bedingungen. Die tatsächliche Verhaltensänderung entsteht durch Wissen: Mitarbeitende müssen verstehen, warum Bewegungspausen ihre Leistungsfähigkeit steigern, wie sie vorhandene Ausstattung korrekt nutzen und welche Gewohnheiten ihren Rücken langfristig schützen. Unternehmen, die beides kombinieren, verändern nicht nur einzelne Arbeitsplätze, sondern die Gesundheitskultur im gesamten Betrieb.

In den Ergonomie-Workshops von Strong Partners liegt der Fokus auf konkreten Verhaltensänderungen, die im Büroalltag nachhaltig wirken. Die Keynotes zu Rückengesundheit schaffen zusätzlich Bewusstsein auf Führungsebene. Wie das im Rahmen eines ganzheitlichen Betrieblichen Gesundheitsmanagements aussehen kann, zeigen wir in einem kostenfreien Erstgespräch.

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Häufige Fragen zur Ergonomie am Arbeitsplatz

Was versteht man unter ergonomischem Arbeiten?

Ergonomisches Arbeiten bedeutet, den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass er sich an den menschlichen Körper anpasst. Dazu gehören richtig eingestellte Sitzmöbel, ein Bildschirm auf Augenhöhe, ein regelmäßiger Wechsel zwischen Sitzen und Stehen sowie gezielte Bewegungsunterbrechungen. Ziel ist es, einseitige Belastungen zu vermeiden und die Leistungsfähigkeit über den gesamten Arbeitstag zu erhalten.

Wie lange sollte man am Tag stehen statt sitzen?

Die Empfehlung lautet: 60 Prozent der Arbeitszeit dynamisch sitzen, 30 Prozent stehen und zehn Prozent in Bewegung verbringen. In der Praxis weichen die meisten Bürobeschäftigten deutlich davon ab. Hilfsmittel wie Stehhilfen oder Balance Boards helfen, diesen Wechsel in den Alltag zu integrieren, ohne den Arbeitsfluss zu unterbrechen.

Was ist dynamisches Sitzen und warum ist es wichtig?

Dynamisches Sitzen bedeutet, dass der Körper beim Sitzen in leichter, kontinuierlicher Bewegung bleibt. Mikrobewegungen aktivieren die Tiefenmuskulatur und fördern eine aufrechte Haltung. Klassische Bürostühle fixieren den Körper oft in einer starren Position. Pendelhocker oder Stehhilfen wie der Ergotopia Dykó schaffen hier automatisch Abhilfe.

Für wen eignet sich eine Stehhilfe?

Eine Stehhilfe eignet sich besonders gut als Ergänzung zu einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Sie überbrückt den Bereich zwischen Sitzen und Stehen und aktiviert dabei die Rumpfmuskulatur. Als dauerhafter Ersatz für den Bürostuhl ist sie nicht gedacht. Bei bestehenden Rückenbeschwerden lohnt sich vorab eine kurze physiotherapeutische Einschätzung.

Was kann ich als Unternehmen konkret tun, um Ergonomie im Betrieb zu verbessern?

Der wirksamste Ansatz kombiniert geeignete Ausstattung mit gezieltem Wissen. Ergonomie-Workshops vermitteln der Belegschaft, wie sie vorhandene Hilfsmittel richtig nutzt und welche Gewohnheiten langfristig schützen. Keynotes zu Rückengesundheit schaffen Bewusstsein auf Führungsebene. Beides zusammen verändert nicht nur Arbeitsplätze, sondern die Gesundheitskultur im gesamten Betrieb.

Ergonomie-Workshops und Keynotes für dein Unternehmen

Strong Partners begleitet Unternehmen mit praxisnahen Ergonomie-Workshops, Keynotes zu Rückengesundheit und ganzheitlicher BGM-Beratung. Wenn du die Gesundheitskultur in deinem Betrieb strukturell stärken möchtest, stehen zwei Einstiege offen:

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